Mercedes-Benz steigert Q2-Ergebnis dank hoher Nachfrage und vorteilhaftem Modellmix.

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27. Juli 2022 - Die Mercedes‑Benz Group AG hat im zweiten Quartal ein starkes wirtschaftliches Ergebnis erzielt. Ausschlaggebend dafür waren eine weiterhin hohe Nachfrage nach Luxus-Pkw und Premium-Vans sowie ein guter Modellmix, eine verbesserte Preisgestaltung und nicht zuletzt anhaltende Kostendisziplin.

Dadurch stieg die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes‑Benz Cars im vergangenen Quartal auf 14,2% und erreichte bei Mercedes‑Benz Vans 10,1% – trotz der Herausforderungen durch COVID-Beschränkungen, anhaltender Lieferengpässe bei Halbleitern und Auswirkungen des Ukrainekriegs.

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Unser Team bei Mercedes‑Benz hat in einem unsicheren Umfeld erneut ein starkes Quartal abgeliefert. Den zunehmend komplexen makroökonomischen und geopolitischen Herausforderungen begegnen wir mit erhöhter Umsicht und Widerstandsfähigkeit. Gleichzeitig haben wir gute Gründe, mit Zuversicht nach vorne zu schauen – allen voran die anhaltend starke Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden weltweit und weitere wichtige Produktneuheiten.

Die Mercedes-Benz Group AG konnte den Konzernumsatz um 7% auf 36,4 Mrd. € (Q2 2021: 34,1 Mrd. €) und das bereinigte EBIT um 8% auf 4,9 Mrd. € (Q2 2021: 4,6 Mrd. €) steigern. Mit der Fokussierung auf Top-End Luxury-Fahrzeuge, batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Premium-Vans sowie auf eine konsequente Kostendisziplin konnten der halbleiterbedingte Absatzrückgang und die höheren Rohstoffkosten ausgeglichen werden.

Angesichts verschärfter geopolitischer Spannungen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine strebt Mercedes‑Benz eine verstärkte Absicherung seiner Lieferketten an. Das Unternehmen sucht aktiv nach Lösungen, um den Erdgasverbrauch zu reduzieren oder Erdgas ganz zu ersetzen. So kann beispielsweise am Standort Sindelfingen, wo der EQS, die S‑Klasse und zahlreiche Mercedes-Maybach-Modelle produziert werden, die Lackiererei im Notfallmodus ohne Gasversorgung betrieben werden. Mercedes-Benz sieht in Deutschland ein Reduktionspotenzial von ca. 50%, wenn regionales Pooling ermöglicht wird. Langfristiges Unternehmensziel ist die komplette Umstellung von Gas auf Strom und weitere erneuerbare Energiequellen.

Mercedes‑Benz bereitet sich nicht nur auf geopolitischen und makroökonomischen Gegenwind vor, sondern treibt auch mit Hochdruck die Transformation für eine vollelektrische Zukunft voran. Ein Beispiel: Im Juni unterbot der Mercedes‑Benz VISION EQXX seinen eigenen Effizienzrekord und fuhr über 1.200 Kilometer mit einer Batterieladung unter Realbedingungen. Im zweiten Quartal wurde zudem die Elektrooffensive konsequent fortgesetzt: So feierte der EQE seinen Verkaufsstart und der EQS-SUV wurde der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Zugleich beschloss Mercedes‑Benz in Absprache mit den Arbeitnehmervertretern sein europäisches Pkw-Produktionsnetzwerk auf ein neues Produktportfolio mit Schwerpunkt auf Luxus-Elektrofahrzeuge umzustellen.

Investitionen, Free Cash Flow und Liquidität

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im zweiten Quartal auf 1,4 Mrd. € (Q2 2021: 2,2 Mrd. €), da Halbleiterengpässe und Unterbrechungen der Lieferkette zu einer Steigerung unfertiger Bestände geführt haben. Der bereinigte Free Cash Flow im Industriegeschäft betrug 2,1 Mrd. € (Q2 2021: 2,5 Mrd. €) bei einer Nettoliquidität von 19,1 Mrd. € (Ende 2021: 21,0 Mrd. €).

Die Investitionen des Konzerns in Sachanlagen beliefen sich im zweiten Quartal 2022 auf 0,8 Mrd. € (Q2 2021: 1,0 Mrd. €). Mercedes‑Benz Cars investierte 0,7 Mrd. € in Sachanlagen (Q2 2021: 0,9 Mrd. €) und Mercedes‑Benz Vans 0,03 Mrd. € (Q2 2021: 0,03 Mrd. €).

Auf Konzernebene beliefen sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im zweiten Quartal auf 2,2 Mrd. € (Q2 2021: 2,4 Mrd. €).

Ergebnisse nach Unternehmenssparten

Der Absatz von Mercedes‑Benz Cars lag im zweiten Quartal bei 487.100 Fahrzeugen (Q2 2021: 521.200). Eine verbesserte Preisdurchsetzung sowie eine gefragte Modellpalette trugen dazu bei, dass trotz eines Absatzrückgangs um 7%, der Umsatz um 8%, das bereinigte EBIT um 20% und die bereinigte Umsatzrendite auf 14,2% stiegen. Die starke Nachfrage konnte aufgrund der Herausforderungen bei Halbleitern und Logistik nicht immer befriedigt werden, sodass der Absatz im Segment Top-End Luxury leicht auf 75.500 Fahrzeuge zurückging (Q2 2021: 77.900). Mercedes‑Maybach verzeichnete jedoch ein Rekordquartal und die S‑Klasse blieb sehr erfolgreich. Der Absatz im Segment Core Luxury übertraf mit 272.600 Fahrzeugen das Vorjahresquartal (Q2 2021: 266.200) während im Entry Luxury Segment 139.100 Fahrzeuge (Q2 2021: 177.100) verkauft wurden. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge nimmt speziell in diesem Segment deutlich an Fahrt auf, die Verkäufe von elektrifizierten Mercedes‑Benz Pkw (BEV und PHEV ohne smart) beliefen sich im zweiten Quartal auf 57.600 Einheiten (+16%). Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge ohne smart hat sich mit 25.200 mehr als verdoppelt (+134%).

Bei Mercedes‑Benz Vans lag der Absatz im zweiten Quartal mit weltweit 100.100 Einheiten knapp über Vorjahresniveau (Q2 2021: 98.400). Im gewerblichen Bereich stieg der Absatz leicht auf 83.000 Einheiten, während die Fahrzeuge im privaten Segment mit 17.200 auf Vorjahresniveau blieben. Das bereinigte EBIT erreichte 0,4 Mrd. € (Q2 2021: 0,4 Mrd. €) dank der starken Preisdurchsetzung. Diese glich höhere Rohstoffpreise und Produktionsineffizienzen aufgrund von Halbleiterengpässen teilweise aus. Insbesondere im gewerblichen Bereich legte die Kundennachfrage nach den Elektrofahrzeugen, speziell dem eSprinter und eVito, weiter zu. Hierbei stiegen die Verkäufe im zweiten Quartal um 84% auf 3.500 Einheiten. Mercedes‑Benz Vans hat sein Kleintransporter-Portfolio mit den ersten 912 Auslieferungen der T-Klasse sowie dem seit letztem Jahr erhältlichen neuen Citan deutlich gestärkt.

Mercedes-Benz Mobility erreichte im zweiten Quartal 2022 trotz des sich eintrübenden wirtschaftlichen Umfelds eine bereinigte Eigenkapitalrendite (RoE) von 17,1%. Das Neugeschäft von Mercedes-Benz Mobility ist um 18% auf 14,1 Mrd. € gesunken. Gründe dafür sind die Auswirkungen der Angebotsengpässe sowie der leicht rückläufige Anteil geleaster und finanzierter Fahrzeuge am Konzernabsatz. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Vorjahreszahlen noch das abgespaltene und ausgegliederte Daimler-Nutzfahrzeuggeschäft beinhalteten. Das Gesamtportfolio ist zum 30. Juni im Vergleich zum Jahresende 2021 leicht auf 135,0 Mrd. € gestiegen. Das bereinigte EBIT sank durch die gestiegene Kreditrisikovorsorge aufgrund der schlechteren makroökonomischen Aussichten sowie durch das geringere Volumen auf 0,6 Mrd. €.

Aufzeichnung Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten

Aufzeichnung Medien-Telefonkonferenz

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