Damanpreet Chawla Übersicht Forschung & Entwicklung Organisation, Recht & Kommunikation IT & Telekommunikation Supply Chain Management Produktion Einkauf Finanzen & Controlling Konzernentwicklung/-strategie Marketing & Vertrieb

Digitaler Mitgestalter für ein perfektes Kundenerlebnis.

Nach seinem Informatikstudium mit dem Schwerpunkt Anwendungssoftware und dem anschließenden Master-Studiengang BWL kam Damanpreet Chawla als Management Trainee zu Mercedes-Benz Research & Development (R&D) Indien. Heute ist er im US-amerikanischen Atlanta IT-Spezialist für das Lieferkettenmanagement von Mercedes-Benz, Product Owner und Experte für agiles Arbeiten. In einem international besetzten Team sorgt er dafür, dass Ersatzteile rechtzeitig dort ankommen, wo sie hinsollen. Ein Gespräch über die Faszination luxuriöser Fahrzeuge, Zielstrebigkeit und seine Idee, wie er seine Eltern auf Reisen in den USA mitnimmt, obwohl sie in Indien leben.

Hallo Damanpreet. Du bist 2022 als IT-Spezialist von Mercedes-Benz R&D Indien ins After-Sales Auslieferungszentrum von Mercedes-Benz USA gewechselt. Wie kam es dazu?

Ich war schon vorher für After-Sales-Themen in verschiedenen Märkten zuständig, darunter Japan, Polen und die NAFTA-Region - also Nordamerika, Kanada und Mexiko. So war ich zum Beispiel von Indien aus für die Integration einer neuen Software für Mercedes-Benz Canada verantwortlich, die kanadische Händler für ihre Bestellungen nutzen. Außerdem habe ich zahlreiche Projekte für Mercedes-Benz USA direkt vor Ort betreut. Als die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen dann dauerhaft jemanden mit meinem Jobprofil benötigten, entschloss ich mich, zu wechseln.

„Ich bewegte mich von einer Position zur nächsten und arbeite heute dort, wo ich von Anfang an hinwollte. Der erste Schritt ist der wichtigste, aus ihm ergibt sich alles Weitere.“

Was ist für Dich das Besondere an Deinem USA-Einsatz?

Bei Mercedes-Benz wollen wir die begehrenswertesten Autos der Welt bauen. Dabei werden wir angetrieben über uns hinauszuwachsen, innovativ zu sein und dem Fokus auf das Kundenerlebnis zu legen. Von Indien aus konnte ich diese Entwicklung nur aus der Ferne unterstützen, jetzt erlebe ich sie aus erster Hand. Ich sehe deshalb in meinem Job in den USA vor allem eine große Chance der Mitgestaltung gerade im Hinblick auf das perfekte Erlebnis für unsere Kundinnen und Kunden.

Wie gefällt Dir das Leben in Atlanta?

Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Aber: Nach 11 Jahren im indischen Bangalore mit besten Wetterbedingungen bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius musste ich erstmal lernen, mit dem kühleren Klima zurechtzukommen (lacht). Ich lebe jetzt fast ein Jahr hier und reise an meinen freien Tagen viel, bevorzugt mit meiner Frau. in unserem Mercedes-AMG. Wir haben bereits mehr als 15 Orte in den USA erkundet. Ich bin zum Beispiel 1.500 Meilen gefahren, um Boston zu entdecken. Wir waren auch schon in New York und Washington D.C., die Ostküste kennen wir inzwischen. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dem Leben, das mir der Job hier ermöglicht.

Deine Abteilung unterstützt die IT für den Fahrzeugverkauf, die Teilelogistik, Produktion, Lager, Einzelhandel, Finanzen und Controlling in der gesamten NAFTA-Region. Was ist Deine Rolle dabei?

Ich arbeite speziell für die Teilelogistik und bin für das Teilemanagement der Mercedes-Benz Händler verantwortlich. Unser Team kümmert sich nicht nur um die Händlerbestellungen, sondern unterstützt die Logistik auch hinsichtlich der Lagerung und Planung, damit die Teile verfügbar sind. Wir sind sozusagen von der Abgabe der Bestellung bis zu ihrer Abrechnung für einen reibungslosen Ablauf zuständig. So spielen wir zum Beispiel eine wichtige Rolle bei der Lieferung von Teilen aus dem Mercedes-Benz Global Logistics Center in Germersheim zu den Teileverteilungszentren in der NAFTA-Region.

Dein Team bedient IT-Anwendungen wie Open-Source-Werkzeuge oder Internet of Things-Anwendungen als erweitertes Kompetenzzentrum für sechs verschiedene Bereiche. Wie kann man eure Funktion im Unternehmen auf den Punkt bringen?

Wir verantworten den End-to-End-Support für die Infrastruktur und den Fahrzeugverkauf vom Mercedes-Benz Händler bis zum Kunden. Dabei unterstützen wir als IT-Expertinnen und -experten die gesamte Lieferkette von Mercedes-Benz in der NAFTA-Region. Wir tauschen uns dafür täglich mit vielen Schnittstellen aus. Manchmal sind es mehr als 35 verschiedene Kontaktpersonen an einem Tag.

Was schätzt Du an Deinem Job am meisten?

Mit dem After-Sales Geschäft bündelt Mercedes-Benz seine weltweiten Aktivitäten nach dem Fahrzeugverkauf, zum Beispiel wenn es darum geht, eine Reparatur oder einen Service durchzuführen. Ich bin stolz darauf, dass wir es ermöglichen, ein gewünschtes Teil zu einer ganz bestimmten Zeit an den entsprechenden Ort zu bringen. Ich freue mich über den Mehrwert, den wir liefern, wenn wir unserem Kunden - dem Händler - die benötigten Teile termingerecht liefern und so dem Endkunden weiterhelfen.

Wie können wir uns Dein Team vorstellen?

Unser Team ist international besetzt mit Kolleginnen und Kollegen aus der Türkei, Indien, Marokko oder den USA, die alle über unterschiedliche Erfahrungen und IT-Expertise verfügen. Jeder von uns ist für einen bestimmten Bereich zuständig wie den Fahrzeugverkauf, den Kundendienst oder für die Finanzen und das Controlling. Was sich wie ein roter Faden durchs gesamte Team zieht ist der Wunsch nach kontinuierlicher Weiterentwicklung und Verbesserung. Wir arbeiten nicht nur zusammen, wenn es darum geht, ein Ergebnis zu liefern, sondern auch in Sachen Innovation. Wenn zum Beispiel einige von uns für ihren Bereich die Automatisierung eines Arbeitsschrittes oder eines Prozesses entwickeln teilen sie dies mit den anderen im Team, damit alle davon profitieren.

„Ich war immer neugierig, wie Design, Effizienz und Innovation erfolgreich zusammenwirken. Das hat mich angetrieben.“

Was ist für Dich das wichtigste in der Zusammenarbeit?

Die Bereitschaft zur Kollaboration und eine offene Kommunikation – das sind in meinen Augen die beiden Dinge, die für jedes Team ein Muss und entscheidend sind.

War für Dich immer klar, dass Du in der Automobilindustrie arbeiten möchtest?

Oh ja. Mercedes-Benz war von Anfang an mein Wunschunternehmen. Ich hätte mir tatsächlich schon früh vorstellen können, im Autohaus im direkten Kontakt mit Händlerinnen und Händlern zu arbeiten. Aber als sich 2013 die Chance für mich als Management Trainee im Bereich Forschung & Entwicklung bot, zögerte ich nicht und griff zu. Die Entscheidung habe ich nicht bereut. So entwickelte ich mich von einer Position zur nächsten weiter und bin heute dort, wo ich von Anfang an hin wollte. Der erste Schritt ist der wichtigste, aus ihm ergibt sich alles Weitere.

Dann war das Traineeship also die Initialzündung für Deine Karriere bei Mercedes-Benz?

Ja, absolut. Als ich zu Mercedes-Benz kam, um mich als Trainee weiterzuentwickeln, war ich für eine Weile auch in der Unternehmenskommunikation. Dadurch habe ich viele Menschen kennengelernt. Das half mir zu verstehen, wie das Zusammenspiel der Bereiche funktioniert und wo es um welche Themen geht. Wie gesagt, After-Sales reizte mich, also wechselte ich nach meinem Traineeship dorthin. Ich war dort zunächst fürs Service- und Vertragsmanagement zuständig. Mein erklärtes Ziel war jedoch, für die Händlerinnen und Händler sowie die Teileverteilungszentren in der NAFTA-Region zu arbeiten, die die verschiedenen Märkte unterstützen. Stück für Stück kam ich meinem Ziel näher – mit Geduld und Zielstrebigkeit.

Wie erlebst Du Mercedes-Benz als Arbeitgeber?

Mercedes-Benz ist klasse. Als globaler Arbeitgeber bietet mir das Unternehmen immer wieder neue Erfahrungen, beispielsweise in der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Märkten wie Polen, Japan oder der NAFTA-Region. Die internationale Präsenz, die ich dadurch als IT-Experte bekomme, ist immens. Außerdem schätze ich die wertschätzende Unternehmenskultur und die Chance, nah an unseren Produkten zu sein. In Indien durfte ich zum Beispiel eine Probefahrt in der G-Klasse machen, eine Geländewagen-Ikone. Hier in den USA nahm ich auch an einer Produkt-Erfahrung mit dem EQS SUV teil - das war ein Gänsehaut-Erlebnis. Und ich hatte zudem die Möglichkeit, den alljährlichen Tag der offenen Tür bei Mercedes-Benz R&D Indien in Bangalore zu moderieren. Das sind Gelegenheiten, bei denen mir das Unternehmen über meinen Job hinaus einen Mehrwert bietet und mich wachsen lässt.

Woher kommt Deine Faszination für die Automobilindustrie?

In meiner Kindheit gab es dort, wo ich aufgewachsen bin, kaum luxuriöse Autos. Aber eines wusste ich: Die begehrenswertesten Autos haben neue Features immer ein paar Jahre, bevor sie im Mainstream ankommen. Das hat mich fasziniert. Ich war immer neugierig, wie Design, Effizienz und Innovation erfolgreich zusammenwirken. Das hat mich angetrieben. Schließlich wollte ich selbst irgendwann ein solch schickes Auto fahren (lacht).

Eine ganz andere Frage zum Schluss: Du liebst es, Momente mit der Kamera festzuhalten. Welche Momente sind das?

Im Prinzip alle Eindrücke während meiner Roadtrips. Da meine in Indien lebenden Eltern nicht dabei sein können, lasse ich sie durch meine Videos daran teilhaben. Ich zeige ihnen damit in Echtzeit, wo ich bin und was ich gerade erlebe. Es ist mir wichtig, dass sie mitbekommen, wie gut es mir geht. Ich gebe ihnen damit etwas zurück, was sie mir gaben, als ich Kind war: Damals berichteten sie mir immer von ihrer Arbeit und was sie erlebt haben – das machte mich glücklich. Wenn ich ihnen jetzt ein Video von Charleston zeige, können sie genau nachvollziehen, wo ich war und was ich dort gemacht habe. Ich lade die Videos auf YouTube hoch und ermutige meine Familie in Indien, dasselbe mit ihren Erlebnissen zu tun – unsere digitale Welt macht solche Verbindungen möglich!

Wo wärst Du gerne mit Deiner Kamera mal dabei?

Ich möchte unbedingt noch zur Automesse nach Las Vegas, um dieses Event live zu erleben und die neuesten Produkte der Automobilhersteller zu fotografieren.

Damanpreet wuchs im nordindischen Prayagraj auf, einem der wichtigsten hinduistischen Pilgerorte und Austragungsort des alle zwölf Jahre stattfindenden Kumbh Mela, einem der größten religiösen Feste der Welt. Nach seinem Informatikstudium am Birla Institut für Technologie in Mesra zog er ins südindische Bangalore, um seinen Master in BWL zu machen. Während des anschließenden Traineeships bei Mercedes-Benz Indien lernte er seine zukünftige Frau kennen, die heute ebenfalls in Atlanta bei Mercedes-Benz USA arbeitet. Das nächste Ziel des autoreisefreudigen Paares ist Kalifornien, um Städte wie San Diego, San Francisco oder Los Angeles zu entdecken. Am liebsten würde Damanpreet das in seinem Lieblingsmodell, der G-Klasse, tun. Bis dieser Traum in Erfüllung geht, nutzen die beiden schon jetzt die Gelegenheit, während ihrer Touren zu überlegen, was sich an der Fahrzeugausstattung vielleicht noch optimieren ließe – ganz im Sinne des Kundenerlebnisses.