CO₂-armes Aluminium bei Mercedes-Benz.

Aluminium

CO₂-Reduktion in der Aluminium-Lieferkette.

Zusammen mit Stahl ist Aluminium proportional der am weitesten verbreitete Werkstoff in vielen Fahrzeugen. Da Aluminium jedoch deutlich leichter ist als Stahl, gewinnt der Werkstoff insbesondere in Elektrofahrzeugen zunehmend an Bedeutung. Die Herstellung und Verarbeitung des Leichtmetalls sind jedoch sehr energieintensiv. Die CO₂-Emissionen bei der Produktion herkömmlichen Aluminiums sind entsprechend hoch.

Daher ist Aluminium mit reduziertem CO₂-Fußabdruck ein wichtiger Hebel für die Senkung der CO₂-Emissionen. Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits mit der neuen elektrischen C-Klasse erreicht: Für circa zwei Drittel des Aluminiumbedarfs des Fahrzeugs bezieht Mercedes-Benz Aluminium aus Elektrolyseanlagen mit erneuerbaren Energien oder mit erhöhtem Rezyklatanteil. Dadurch reduziert sich der CO₂-Fußabdruck dieser Aluminiumkomponenten um circa 30 Prozent gegenüber einer Produktion ohne diese Maßnahmen.

Mercedes-Benz ist gezielt Kooperationen eingegangen, um die Aluminium-Lieferkette zu dekarbonisieren. Die Marke mit dem Stern und der norwegische Aluminiumhersteller Hydro haben dafür im Dezember 2022 eine Absichtserklärung (Letter of Intent) für eine CO₂-arme Technologie-Roadmap zwischen 2023 und 2030 unterzeichnet.

Bereits heute bezieht Mercedes-Benz CO₂-reduziertes Aluminium von Hydro, das durch Elektrolyse aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Seit 2023 liefert Hydro CO₂-reduziertes Aluminium an die Gießerei im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim (Bereich Mettingen).

Das Aluminium von Hydro wird seit 2023 in anspruchsvollen Strukturgussbauteile für den Rohbau in ausgewählten Mercedes-Benz Modellen eingesetzt: Unter anderem entstehen daraus sicherheits- und crashrelevante Bauteile wie Federbeindome für die Modelle EQS, EQE, S-Klasse, E-Klasse, GLC und C-Klasse. Darüber hinaus wird der EQE mit Längsträgern aus dem CO₂-armen Aluminium ausgestattet. Auch für weitere Teile wie den Tragrahmen für den elektrischen Antriebsstrang der kommenden Fahrzeugplattform MMA (Mercedes Modular Architecture) ist der Einsatz des Werkstoffs geplant.

Innovationskraft bündeln: Partnerschaftliche Technologie-Roadmap

Der Konzern betrachtet den Einsatz von CO₂-reduzierten Produktionsmaterialien wie Aluminium als maßgeblichen Faktor zur Dekarbonisierung der Lieferkette. Um dieses Ziel zu unterstützen, arbeitet Mercedes-Benz gemeinsam mit Partnern daran, die nächste Generation von Aluminiumproduktionstechnologien weiterzuentwickeln und den Anteil von recyceltem Material weiter zu steigern.

Neben technologischen Verbesserungen spielt auch der verstärkte Einsatz von Recyclingmaterial eine große Rolle, um weitere CO₂-Reduktionen zu realisieren. Denn die Herstellung von Aluminium unter der Verwendung von Sekundärmaterial benötigt nur fünf Prozent der Energie im Vergleich zur Aluminiumproduktion auf Basis von Primärressourcen.

Aktives Engagement für die Aluminiumlieferkette

Als Teil der gemeinnützigen Aluminium Stewardship Initiative (ASI) unterstützt das Unternehmen die Verbreitung eines unabhängigen Zertifizierungsschemas für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette.

Für Mercedes-Benz ist zudem die Einbindung der lokalen Gemeinden zentral, um Menschenrechtsrisiken in Rohstofflieferketten zu adressieren. Deshalb unterstützt das Unternehmenbeispielsweise gemeinsam mit der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) seit Ende 2021 ein Pilotprojekt, das zum Ziel hat, bessere Beteiligungsmöglichkeiten für die vom Bergbau betroffene lokale Bevölkerung in Auditprozessen zu schaffen. Kern des Projektes ist es, Erkenntnisse über die Beteiligung der Gemeinschaften an Audits zu gewinnen und diese in Standardisierungsprozesse einzubringen. Ganz konkret zielt die Zusammenarbeit darauf ab, die Beteiligung der betroffenen lokalen Gemeinschaften vor, während und nach der Bewertung von Minenstandorten zu erhöhen. So soll sichergestellt werden, dass sich die Prozesse tatsächlich positiv auf die Situation für die Menschen vor Ort auswirken.

Im Jahr 2024 erweiterten Mercedes-Benz und Hydro ihre Zusammenarbeit auf die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt. Gemeinsam starteten die Unternehmen das Corridor-Programm in Brasilien, mit dem sie soziale Verantwortung und die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht entlang der Lieferkette durch einen ganzheitlichen Ansatz stärken.

Dieser Beitrag wurde zuletzt im September 2026 aktualisiert.

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