Steffi Kupfer, Slavica Vukoja Übersicht Forschung & Entwicklung Organisation, Recht & Kommunikation IT & Telekommunikation Supply Chain Management Produktion Einkauf Finanzen & Controlling Konzernentwicklung/-strategie Marketing & Vertrieb

Mit automatisierten Schnittstellen, effizientere Prozesse schaffen.

Digitalisierung im Produktionscontrolling – daran arbeiten Steffi Kupfer und Slavica Vukoja im Team Operational Excellence bei Mercedes-Benz. Ihr gemeinsames Ziel: Das Controlling für die Powertrain-Produktion mit automatisierten Prozessen noch effizienter zu machen und ihre Businesspartner durch standardisierte Auswertungen bestmöglich zu unterstützen. Ein Gespräch über erste Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, lebenslanges Lernen und worauf es für eine erfolgreiche Transformation wirklich ankommt.

Hallo Steffi, hallo Slavica. An welchem Projekt arbeitet ihr im Team Operational Excellence zurzeit?

Steffi: Uns beschäftigen gerade mehrere Projekte – etwa der Einsatz von Power BI-Dashboards zur Visualisierung von Daten oder einer SAP Analytics-Cloudlösung. Als Teamleiterin geht es mir gemeinsam mit meinem Team aktuell darum, ein Set an digitalen Tools für Controlling-Kolleginnen und Kollegen sowie für die Produktion bereitzustellen, um Prozesse noch effizienter zu machen. Dafür arbeiten wir auch eng mit anderen Digitalisierungsteams im Controlling zusammen.

„Indem wir Schnittstellen automatisieren und Daten von A nach B transportieren, beschleunigen wir die Prozesse.“
„Indem wir Schnittstellen automatisieren und Daten von A nach B transportieren, beschleunigen wir die Prozesse.“

Steffi, Du bist seit 1999 im Controlling von Mercedes-Benz tätig. Neue Technologien, schlankere Prozesse, fließende Grenzen zwischen den Finanzabteilungen: Wie stark hat sich das operative Geschäft seitdem verändert?

Massiv. Als ich angefangen habe, hatten wir noch keine Laptops und wir mussten endlos lange Listen mit Daten wälzen. Auch die Zusammenarbeit hat sich durch die Digitalisierung sehr verändert – sei es die Kommunikation über digitale Tools oder das gemeinsame Nutzen von Dashboards. Und die nächsten Entwicklungen sind meiner Meinung nach schon abzusehen, zum Beispiel der Einsatz sogenannter Predictive Forecast: Wie kann ich auf Basis von Vergangenheitsinformationen die Zukunft möglichst automatisiert prognostizieren? Solche Prognosen können mit Hilfe von KI-Anwendungen erstellt werden und der Controller oder die Controllerin greift punktuell ein, um künftige Ereignisse oder Wirtschaftsprognosen einzupflegen, von denen man bereits weiß.

Stichwort Neue Technologien: Welche Vorteile haben Automatisierung, Integration und Künstliche Intelligenz für das Controlling?

Slavica: Wir im Controlling gewinnen Zeit, um Daten zu analysieren, weil wir sie weniger zeitintensiv aufbereiten müssen. KI-Anwendungen ermöglichen dabei anhand von Vorhersagen, mögliche Chancen oder Risiken frühzeitig zu erkennen.

Steffi: Genau. Indem wir Schnittstellen automatisieren und Daten von A nach B transportieren, beschleunigen wir die Prozesse.

Wie verändert die Digitalisierung euren Arbeitsalltag?

Slavica: Mein Arbeitsalltag hat sich grundlegend verändert. Und dafür war es notwendig, dass ich mein Wissen über Datenbanken und Analyseanwendungen erweitere sowie meine Programmierkenntnisse ausbaue. Letztlich verschiebt sich der Fokus von der ursprünglich manuellen Reporterstellung, für die Daten gesammelt, ausgewertet und grafisch aufbereitet werden, hin zur Echtzeitdatenanalyse. Das war anfangs natürlich eine Umstellung für mich. Steffi ist aber Chefin und Mentorin zugleich, die einen immer wieder ermutigt, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Steffi: Der Mensch ist zuerst einmal ein Gewohnheitstier. Slavica gehörte allerdings von Anfang an zu den Kolleginnen und Kollegen, die gefragt haben: „Können wir hier nicht eine digitale Lösung bauen?“ Sie hat schon sehr früh als Controllerin begonnen, gemeinsam mit einem Kollegen entsprechende Lösungen zu entwickeln. Als ich die Digitalisierungsstelle in unserem Controlling-Team besetzen wollte, wusste ich, dass Slavica das richtige Mindset und die Kundenperspektive mitbringt, selbst wenn ihr noch fachlicher Background fehlte, was sie sich aber sehr schnell angeeignet hat.

„Ich darf mich in sehr viele unterschiedliche Prozesse einarbeiten, was meinen Job sehr abwechslungsreich macht. Mein Job ermöglicht mir mein Fachwissen zu erweitern und neue Fähigkeiten zu erlernen.“
„Ich darf mich in sehr viele unterschiedliche Prozesse einarbeiten, was meinen Job sehr abwechslungsreich macht. Mein Job ermöglicht mir mein Fachwissen zu erweitern und neue Fähigkeiten zu erlernen.“

Slavica, du bist auch seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen und hast als Industrieelektronikerin bei Mercedes-Benz begonnen. Was hat dich ins Controlling geführt?

Das wurde ich schon oft gefragt. Ich finde es wichtig, Erfahrungen in verschiedenen Unternehmensbereichen zu sammeln und bin dankbar dafür, dass Mercedes-Benz mir hierfür die Möglichkeit gegeben hat. Die Begeisterung für die Digitalisierung und Verbesserungen bzw. den KVP, den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, bestand bei mir schon immer, weshalb ich zunächst einen technischen Berufsweg eingeschlagen habe. Als Instandhaltungselektronikerin in der Fertigung und Motorenmontage habe ich früher bereits programmiert und Anlagen Instand gesetzt. Berufsbegleitend habe ich mich dann zur Technischen Betriebswirtin weitergebildet. 2017 wechselte ich ins Controlling. Mein jüngster Wechsel im Dezember letzten Jahres ins Team Operational Excellence Powertrain freut mich besonders, weil ich hier sehr zukunftsorientiert am Megatrend Digitalisierung arbeiten kann und gleichzeitig mein Wissen aus meinem früheren Job sehr gut einbringen kann. Den Blick für unsere „Kunden“ in der Produktion und im Finanzbereich, den ich aus meinen bisherigen Erfahrungen mitbringe, ist hierfür sicherlich von Vorteil.

Wie ist euer vierköpfiges Team ansonsten zusammengesetzt?

Steffi: Wir haben neben Slavica noch einen zweiten Digitalisierungsexperten im Team. Auch dieser Kollege kommt ursprünglich aus der Produktion und hat dann Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er ins Controlling gewechselt ist. Zum Team gehören außerdem ein Betriebswirt, der sich aktuell vorrangig um die Einführung unseres neuen OneERP-Systems (Unternehmensressourcenplanung) in unserem Bereich kümmert sowie eine Betriebswirtin, die sich mit verschiedenen weiteren Controlling-Themen beschäftigt.

„Als Teamleiterin geht es mir gemeinsam mit meinem Team aktuell darum, ein Set an digitalen Tools für Controlling-Kolleginnen und Kollegen sowie für die Produktion bereitzustellen, um Prozesse noch effizienter zu machen.“
„Als Teamleiterin geht es mir gemeinsam mit meinem Team aktuell darum, ein Set an digitalen Tools für Controlling-Kolleginnen und Kollegen sowie für die Produktion bereitzustellen, um Prozesse noch effizienter zu machen.“

Welche Begeisterung teilt ihr in eurem Job?

Steffi: Die Begeisterung für Neues und fürs Lernen! Ich habe mich zuletzt als Organisationsentwicklerin weitergebildet. Das ist kein klassisches Controlling-Thema, hat aber viel mit Führung und Transformation zu tun. Ich lerne genauso wie Slavica und der Rest des Teams immer wieder gerne dazu.

Slavica: Meine Antwort fällt ähnlich aus. Ich darf mich in viele unterschiedliche Prozesse einarbeiten, was meine Aufgaben sehr abwechslungsreich macht. Mein Job ermöglicht mir mein Fachwissen zu erweitern und ganz neue Fähigkeiten zu erlernen. Das macht mir viel Spaß.

Was zeichnet für euch Mercedes-Benz als Arbeitgeber aus?

Steffi: Für mich ist es die Vielfalt an Möglichkeiten – man kann sich immer wieder weiterentwickeln und in neue Themen eintauchen. Außerdem die Flexibilität - mein Job macht es mir zum Beispiel möglich, dass ich auch mobil arbeiten kann. Das erlaub mir, auch mal von meiner ursprünglichen Heimat Thüringen aus zu arbeiten. Wenn es die Arbeitsaufgabe zulässt, können wir außerdem bis zu 20 Tage im Jahr aus dem europäischen Ausland arbeiten. Das ist ein tolles Angebot.

Slavica: Die gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist mir auch sehr wichtig. Darüber hinaus werden vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten geboten. Steffi hat mich für das Data Worker Programm vorgeschlagen, eine interne Qualifizierungsinitiative, um Mitarbeitenden Fähigkeiten rund um das Datenmanagement zu vermitteln. Dies ermöglicht mir aktuell eine Fortbildung zum Data Analyst. Das erworbene Wissen kann ich in meinem Job dann direkt anwenden.

Selbst auf ihrem Nachttisch liegt neben einem Krimi auch noch ein Buch zur Agilen Transformation: Das Thema fasziniert Steffi auch nach Feierabend. Um den Kopf freizubekommen, beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit im Garten oder greift zu ihren Stricknadeln. Wenn es die gebürtige Thüringerin in ihre Heimat zieht, verlegt sie ihren Arbeitsplatz auch gerne mal und arbeitet mobil von dort aus.
Intensive Familienzeit verbringt Slavica mit ihrem Mann und ihren drei Kindern gerne in den Bergen und am Meer. Das gemeinsame Wandern ist für sie die perfekte Auszeit. Hierfür verbringt die in Stuttgart geborene Kroatin viele Wochenenden im Allgäu und reist regelmäßig auch nach Kroatien.