Wie gehen Sie bei der Entwicklung dieser Softwarekomponenten vor?
Wir arbeiten eng mit unseren Gesamtfahrzeugentwicklern und unseren Zulieferern zusammen, die die Steuergeräte für unsere Systeme liefern. Oft testen wir unsere Applikationen auch direkt in den Fahrzeugen. Wir gehören zu den ersten, die dann mit den Prototypen fahren dürfen.
Das ist sicher ein klasse Gefühl …
Definitiv – und oft ist es auch spannend. Prototypen sind noch nicht immer ganz perfekt – aber das ist es, was den Reiz an unserem Job ausmacht. Wir testen unsere Systeme zum Beispiel auch in der Kältekammer. Wenn der Kaltstart des Antriebssystems bei minus 30 Grad Celsius auf Anhieb gelingt, dann schlägt das Ingenieursherz schon mal höher (lacht).
Und wie können wir uns Ihr Team vorstellen?
Wir sind so etwas wie die Schnittstelle zwischen Software und der Hardware. Deshalb haben die meisten in meinem Team sowohl Kenntnisse, wenn es um Programmierung geht als auch aus dem klassischen Ingenieurwesen, wie Elektrotechnik oder Maschinenbau. Etwas Leidenschaft, auch mal am Fahrzeug zu schrauben, gehört bei uns definitiv auch dazu (lacht). Themenmäßig decken wir mehrere Bereiche ab: Einige Kolleginnen und Kollegen sind Spezialisten für Hochvoltenergiemanagement, andere für Inverter, Batteriemanagement oder Diagnosen.
Wie gelingt Ihnen bei einem so breiten Themenspektrum die Teamführung?
Dazu gehört in erster Linie Vertrauen. Jede und jeder ist ein Spezialist auf dem jeweiligen Fachgebiet. Als Führungskraft sehe ich mich eher als Coach. Ich kann mich nicht detailliert in alle Themen einarbeiten, aber es ist zentral, dass wir alle das gleiche Ziel haben. Auf dem Weg dorthin haben alle im Team viel Freiheit.
Können Sie das etwas genauer erklären?
Elektromobilität und Digitalisierung sind zentrale Bestandteile unserer Unternehmensstrategie. Mit MB.OS haben wir unsere Kompetenzen in der Softwareentwicklung massiv ausgebaut. Der Wandel erfordert aber auch ganz neue Formen der Zusammenarbeit. Ich erlebe das immer bei unseren Testfahrten. Die sind nicht nur wichtig, weil wir unsere Fahrzeuge in Extremsituationen testen, sondern auch wegen des Mindsets. Wir sind mit ganz durchmischten Teams unterwegs: von der Motorapplikation über das Fahrwerk bis zum Gesamtfahrzeugversuch. Wir tauschen uns aus, auch in der Kaffeeecke wird über technische Themen diskutiert. Oft entstehen dabei außergewöhnliche Lösungen.