Vorreiter bei automatisierten Fahr- und Sicherheitstechnologien

06. April 2022 - Seit der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 hat Mercedes-Benz mit innovativen Technologien immer wieder Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit gesetzt. Sicherheit gehört zu den Kernwerten der Marke.

So bietet Mercedes-Benz seit Jahren fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (SAE-Level 2) in seinen Fahrzeugen an. Sie können das Leben in vielen Alltagssituationen erheblich erleichtern und unterstützen zum Beispiel bei der Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, beim Lenken oder beim Spurwechsel. Im Dezember 2021 hat Mercedes-Benz als weltweit erster Automobilhersteller eine international gültige Systemgenehmigung für hochautomatisiertes Fahren (SAE-Level 3) erhalten. Und beim Einparken geht die Marke noch einen Schritt weiter – mit der Vorrüstung des INTELLIGENT PARK PILOT, der zukünftig vollautomatisiertes, fahrerloses Parken (Automated Valet Parking; SAE-Level 4) ermöglicht.

Durch Effizienz erreichen wir mit weniger mehr – und das schließt nachhaltigen Luxus ein, der sowohl digital als auch physisch ist. Mit dem DRIVE PILOT, unserem System für hochautomatisiertes Fahren auf Level 3, gewinnen unsere Kunden das wertvollste Gut überhaupt: Zeit. In einem ersten Schritt bieten wir diese weltweit führende Technologie unseren Kunden in Deutschland an, werden sie aber bis Ende des Jahres auch in den USA einführen, wenn die gesetzliche und regulatorische Lage es erlaubt.

SAE-Level-2-Systeme unterstützen den Fahrer und erhöhen die Sicherheit

Mit „Intelligent Drive“ bündelt der Automobilhersteller eine breite Palette von Fahrerassistenzsystemen für teilautomatisiertes Fahren (SAE-Level 2). Der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC kann auf allen Straßentypen automatisch den vorgewählten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen halten. Der Aktive Lenk-Assistent unterstützt im Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h (130 mph) beim Folgen der Fahrspur. Der Aktive Spurhalte-Assistent erkennt im Geschwindigkeitsbereich von 60 bis 250 km/h (37 bis 155 mph) mittels einer Kamera das Überfahren von Fahrbahnmarkierungen und Fahrbahnrändern und hilft dem Fahrer, ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur zu vermeiden. Der Aktive Spurwechsel-Assistent unterstützt kooperativ beim Wechsel auf die Nachbarspur. In Verbindung mit DIGITAL LIGHT ist auch bei Nacht eine intuitive Ausleuchtung möglich. Der Aktive Nothalt-Assistent bremst das Fahrzeug in der eigenen Spur bis zum Stillstand ab, wenn er erkennt, dass der Fahrer dauerhaft nicht mehr in das Fahrgeschehen eingreift. Als Bestandteil des serienmäßigen Aktiven Spurhalte-Assistenten funktioniert dies auch, wenn der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC mit Lenk-Assistent nicht eingeschaltet ist. Der Aktive Brems-Assistent nutzt die im Fahrzeug installierten Sensoren, um zu registrieren, ob eine Kollisionsgefahr mit vorausfahrenden, kreuzenden oder entgegenkommenden Fahrzeugen besteht. Im Falle einer drohenden Kollision kann das System den Fahrer optisch und akustisch warnen. Bei zu schwacher Bremsung durch den Fahrer ist es zudem möglich, ihn durch eine situationsgerechte Erhöhung des Bremsmoments zu unterstützen sowie eine autonome Notbremsung einzuleiten, wenn der Fahrer nicht reagiert. Mit diesen und vielen weiteren intelligenten Systemen setzt Mercedes-Benz nicht nur Maßstäbe bei Sicherheitstechnologien im Automobilbau, sondern geht auch einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg zum autonomen Fahren.

SAE-Level 3 DRIVE PILOT – die nächste Stufe automatisierten Fahrens

Als weltweit erstes Automobilunternehmen hat Mercedes-Benz im Dezember 2021 die anspruchsvollen gesetzlichen Anforderungen der internationalen UN-R157 für ein Level-3-System¹ erfüllt, das hochautomatisiertes Fahren ermöglicht. Mercedes-Benz bietet den DRIVE PILOT zunächst in Deutschland an, wo 13.191 Autobahnkilometer für das hochautomatisierte Fahren freigegeben sind. Darüber hinaus arbeitet Mercedes-Benz intensiv daran, bis Ende des Jahres die behördliche Zulassung für die beiden US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada zu erhalten, soweit auch die gesetzliche Lage einen solchen Betrieb erlaubt. Mit dem Level-3-System wird ein radikaler Paradigmenwechsel eingeleitet, der es dem Fahrzeug erlaubt, unter bestimmten Bedingungen die dynamische Fahraufgabe zu übernehmen. Für Kunden bedeutet dies ein ultimatives Luxuserlebnis. Sie können entspannen oder arbeiten und so wertvolle Zeit zurückgewinnen. Sie können zum Beispiel mit Kollegen via In-Car-Office kommunizieren, über die Headunit Nachrichten und E-Mails schreiben, im Internet surfen oder sich einfach zurücklehnen und einen Film schauen.

DRIVE PILOT baut auf der Umfeldsensorik des Fahrassistenz-Pakets auf und umfasst zusätzliche Sensoren, die Mercedes-Benz für ein sicheres, hochautomatisiertes Fahren für unverzichtbar hält. Dazu gehören LiDAR, eine Kamera in der Heckscheibe und Mikrofone, insbesondere zum Erkennen von Blaulicht und anderen Sondersignalen von Einsatzfahrzeugen. Außerdem ist ein Nässesensor im Radkasten. Die S-Klasse mit optionalem DRIVE PILOT verfügt zudem über redundante Lenk- und Bremssysteme sowie ein redundantes Bordnetz, um auch beim Ausfall eines dieser Systeme manövrierfähig zu bleiben und eine sichere Übergabe an den Fahrer zu gewährleisten.

Oberste Priorität bei der Einführung eines solchen Systems hat für Mercedes-Benz die Sicherheit, die hohe Anforderungen an die Betriebssicherheit beinhaltet. Der exakte Standort der S-Klasse wird über ein hochpräzises Positionierungssystem ermittelt, das wesentlich leistungsfähiger ist als herkömmliche GPS-Systeme. Zusätzlich werden die Daten aus der Satellitennavigation mit Sensordaten und Daten aus einer HD Karte abgeglichen. Die von LiDAR-, Kamera-, Radar- und Ultraschallsensoren erfassten Daten können zum Beispiel Informationen über die Straßengeometrie, Streckeneigenschaften, Markierungen oder Verkehrszeichen enthalten.

Die Sensoren des DRIVE PILOT

Ergänzend zu den Sensordaten erhält der DRIVE PILOT Informationen zu Straßengeometrie, Streckeneigenschaften, Verkehrszeichen und besonderen Verkehrsereignissen (z.B. Unfälle oder Baustellen) von einer digitalen HD-Karte, die ein dreidimensionales Straßen- und Umgebungsbild liefert. Die Kartendaten werden in Backend-Rechenzentren gespeichert und ständig aktualisiert. Jedes Fahrzeug speichert auch ein Abbild dieser Karteninformationen an Bord, vergleicht sie ständig mit den Backend-Daten und aktualisiert gegebenenfalls den lokalen Datensatz. Die HD-Karte bietet somit eine stabile Positionierung durch eine von Faktoren wie Schatten oder verschmutztem Sensor unabhängige Darstellung der Umgebung. Diese hochpräzise Karte unterscheidet sich von Karten für Navigationsgeräte unter anderem durch ihre höhere Genauigkeit im Zentimeter- statt im Meterbereich und ihr detailliertes Kreuzungs- und Streckenmodell.

Ein leistungsfähiges zentrales Steuergerät stellt die notwendigen anspruchsvollen Softwarefunktionen für das hochautomatisierte Fahren bereit. Im Rahmen einer modernen Sicherheitsarchitektur werden wichtige Algorithmen redundant berechnet.

SAE-Level 4 in Parkhäusern – INTELLIGENT PARK PILOT² soll in Zukunft in entsprechenden Parkhäusern Automated Valet Parking ermöglichen

Bestimmte Varianten der S-Klasse und künftig auch des EQS und des EQE sind die ersten Serienfahrzeuge, die mit der entsprechenden Sonderausstattung in Deutschland eine Vorrüstung für den INTELLIGENT PARK PILOT bieten. INTELLIGENT PARK PILOT soll zukünftig Automated Valet Parking in Parkhäusern ermöglichen. Hierfür müssen die Parkhäuser mit der entsprechenden Infrastruktur von Bosch ausgestattet sein. Das System ermöglicht es dann, vollautomatisiert zu einem reservierten Parkplatz zu fahren und diesen wieder zu verlassen - ohne dass sich jemand im Fahrzeug befindet. Mercedes-Benz RDNA hat in Zusammenarbeit mit Bosch Automated Valet Parking kürzlich auf einer Veranstaltung in Downtown Los Angeles mit einem EQS 580 als Demofahrzeug vorgestellt. Dabei wurden die Effektivität, der Komfort und die praktische Umsetzung dieser hochentwickelten, branchenführenden neuen Technologie demonstriert. Ob die Vorrüstung in den USA zukünftig angeboten wird, prüft Mercedes-Benz durch laufende Beobachtung des Marktes.

Die Vision: Der Fahrer stellt das Fahrzeug innerhalb einer gekennzeichneten Drop-off-Area im Parkhaus ab und startet per Smartphone-App den Parkvorgang. Bestätigt die App die Übernahme des Fahrzeugs durch die AVP-Infrastruktur, kann der Fahrer das Parkhaus verlassen. Das Fahrzeug wird dann automatisch gestartet und fährt, geleitet von der Sensorik im Parkhaus, zu seinem reservierten Stellplatz. Es stoppt dabei vor möglichen Hindernissen wie Passanten oder anderen Fahrzeugen. Bei seiner Rückkehr kann der Fahrer das Fahrzeug per Smartphone-Befehl rufen. Es fährt dann zu einer gekennzeichneten Pick-up-Area.

Der von Mercedes-Benz veröffentlichte Bericht „Introducing DRIVE PILOT: An Automated Driving System for the Highway" gibt einen Überblick darüber, wie der DRIVE PILOT konzipiert ist.

¹SAE-Level 3: Die automatisierte Fahrfunktion übernimmt bestimmte Fahraufgaben. Ein Fahrer ist jedoch weiterhin erforderlich. Er muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen, wenn er vom Fahrzeug zum Eingreifen aufgefordert wird.

²Vorrüstung INTELLIGENT PARK PILOT: Diese Funktion kann derzeit noch nicht genutzt werden. Die künftige Nutzung des INTELLIGENT PARK PILOT wird nur möglich sein, wenn nationale Gesetze den Automated Valet Parking Betrieb erlauben, Parkhäuser mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind und der entsprechende Mercedes me connect Service für die jeweilige Fahrzeugvariante der S-Klasse, des EQS und EQE verfügbar und gebucht ist.