Bionische Bauteile bei Mercedes-Benz.

Der Natur über die Schultern geschaut

Bionisches Design.

05. März 2024 – Wenn es um Leichtbau geht, ist die Natur immer noch das beste Vorbild: Ob Kofferfisch oder Küstenseeschwalbe – viele Tiere haben im Zuge der Evolution eine optimale Körperform und viele weitere Fähigkeiten entwickelt, um ihre Zugrouten möglichst kraftsparend zurückzulegen. Maximale Effizienz lautete auch bei der Entwicklung des Technologieträgers VISION EQXX die Devise – weshalb Teile seiner Karosseriestruktur an natürliche Formen angelehnt sind und bionischen Gestaltungsprinzipien folgen. Heißt konkret: Material wird nur dort eingesetzt, wo Lastpfade unbedingt notwendig sind. Daher haben die bionischen Elemente zum Beispiel stetig variierende Wandstärken und Öffnungen und erinnern somit an ein Skelett.

Hochfunktional und kompakt – bei geringerem Gewicht

BIONICAST Leichtbau-Komponenten wie der BIONEQXX Heckwagen, der extrem leichte BIONICAST Halter für den Scheibenwischermotor und die BIONICAST Dämpferdome vereinen höchste Funktionalität durch Leichtbau und Ressourcenschonung und sind dementsprechend wichtige Effizienzmaßnahmen. Allein der innovative Heckwagen spart im Vergleich zu einem konventionell entwickelten Bauteil 15 bis 20 Prozent Gewicht und damit Material ein. Auch beim Halter des Wischermotors liegt der Gewichtsvorteil bei 20 Prozent.

Hilfe aus Hollywood

Auch wenn die innovativen Rohbaukomponenten von der Natur inspiriert sind – entworfen wurden sie rein digital in Sindelfingen, mit Hilfe des sogenannten BIONICAST Prozesses. Unter Berücksichtigung von Lastanforderungen, Bauraum und weiteren Randbedingungen entsteht mit Hilfe innovativer und verknüpfter Software-Tools ein Designmodel. Die Konstrukteurinnen und Konstrukteure können anhand dessen schnell erkennen, wo Material eingespart werden kann. Dabei erhalten sie spielerische Unterstützung aus Hollywood: Die verwendete Software für digitales Sculpting und 3D-Modellierung kam bereits bei renommierten Filmprojekten und anspruchsvoll designten Computerspielen zum Einsatz und findet nun Einzug in das Automotive-Engineering. Die Nutzung des BIONICAST Prozesses in zukünftigen Mercedes-Benz Fahrzeugen erklärt sich dabei von selbst.

Der effizienteste Mercedes-Benz, der je gebaut wurde

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zusammen mit vielen weiteren effizienzsteigernden Maßnahmen hat die bionische Auslegung diverser Bauteile mit dem BIONICAST Prozess dafür gesorgt, dass der VISION EQXX der effizienteste Mercedes-Benz ist, der je gebaut wurde. Der innovative Entwicklungsprozess wurde überdies auch mit dem Materialica Design + Technology Award in der Kategorie ‚Best of Process‘ 2022 ausgezeichnet. Mit der Blaupause VISION EQXX haben wir neue Wege gefunden, um die Effizienz eines Elektroautos zu erhöhen – davon werden auch künftige Serienfahrzeuge profitieren.

Bionische Bauteile bereits in Serie

Bei Mercedes-Benz ist diese Kombination aus ausgezeichneter Aerodynamik und einem von der Natur abgeleitetem Leichtbaukonzept keineswegs neu: Bereits im Juni 2005 feierte das Mercedes-Benz bionic car in Washington/USA seine Premiere. Als Vorbild diente der Kofferfisch, der trotz seiner ungewöhnlich wirkenden Gestalt eine außerordentlich strömungsgünstige Form hat. Darüber hinaus haben erste BIONICAST Bauteile bereits Einzug in die Serienmodelle gehalten: So kommt im EQS eine BIONICAST Komponente für den Gurtaufroller zum Einsatz.

Ambition 2039

Mercedes-Benz Ambition 2039.
Mercedes-Benz Ambition 2039.

Mit innovativen Technologien und neuen digitalen Prozessen wie beispielsweise BIONICAST können wir unserem übergeordneten Ziel, eine bilanziell CO₂-neutrale Pkw- und Van- Neuwagenflotte ab 2039 über die gesamte Wertschöpfungskette und den gesamten Lebenszyklus auf den Weg zu bringen, ein Stück näher rücken. Bezogen auf BIONICAST bedeutet dies einen geringeren Ressourceneinsatz bei zeitgleichem Leichtbaupotential in unseren Mercedes-Benz Fahrzeugen.