Elverlingsen/Südwestfalen: Daimler bringt zusammen mit seinen Partnern den dritten Großspeicher aus automobilen Batteriesystemen ans Netz.

Das zweite Leben von Auto-Akkus

Großspeicher sichern Netzstabilität.

Die Mercedes-Benz Group, GETEC ENERGIE und The Mobility House verlängern den Lebenszyklus von ihren stationären Energiespeichern aus Fahrzeugbatterien um weitere fünf Jahre. Die seit 2016 bzw. 2018 existierenden Speicher in Lünen und Elverlingsen sind 2023 erneut für die Erbringung von Primärregelleistung (PRL) – der schnellsten und kritischsten Netzdienstleistung im Stromsystem – präqualifiziert worden. Über 2.000 weiterverwendete Batteriemodule der beiden von Mercedes-Benz Energy entwickelten und gelieferten Speicher stehen somit auch zukünftig mit 29 MW Leistung und 31 MWh Energie bereit, um das Stromnetz zu stabilisieren und die Unabhängigkeit von fossilen Kraftwerken zu erzielen.

Großspeicher stabilisieren das europäische Stromnetz und maximieren die Batterielebensdauer.
Großspeicher stabilisieren das europäische Stromnetz und maximieren die Batterielebensdauer.

Strenger Qualifizierungsprozess bestätigt Lebensdauer und stabile Speicherkapazität

Im Rahmen der Prüfung von stationären Batteriespeichern durch die Übertragungsnetzbetreiber müssen anspruchsvolle Kriterien erfüllt werden, um weiterhin im PRL-Markt tätig zu sein. Dazu zählen insbesondere die ausreichende Speicherkapazität sowie eine stabile und schnelle Anpassung der Leistung. Trotz ihrem bereits mehrjährigen Einsatz im Stationärspeicher sowie einer teilweise vorgelagerten Nutzung in Elektroautos haben die Batterien diese anspruchsvolle Qualifizierung wieder bestanden. Um eine stabile Speicherkapazität zu erreichen, ist ebenfalls die „richtige“ Bewirtschaftung wichtig. Diese wird durch die intelligenten Vermarktungs- und Betriebsalgorithmen von The Mobility House sichergestellt. Auch das professionelle technische Konzept von Mercedes-Benz Energy ist dabei die Grundlage für eine langjährige Nachnutzungsmöglichkeit.

Netzstabilisierung und Wertschöpfung durch stationäre Anwendungen

Wenn ein Akku am Ende seiner Nutzungsdauer im Fahrzeug angelangt ist, verfügt er in der Regel immer noch über etwa 70 bis 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Diese noch beträchtliche Energiereserve eröffnet die Möglichkeit für ein ausgedehntes zweites Leben in einem stationären Batteriespeicher. Zudem können 1st-Life Batteriemodule in stationären Anwendungen als Ersatzteillager „fit gehalten“ werden, bevor sie in Fahrzeugen verbaut werden.

Der Einsatz der Flexibilität, die im Laden und Entladen von Elektroautobatterien liegt, ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem erneuerbaren Energiesystem. Elektroautobatterien können so fossile Kraftwerke ersetzen und die schwankende Erzeugung aus Sonne und Wind kompensieren. Da Batterien sehr schnell reagieren – schneller als zum Beispiel Gaskraftwerke – leisten sie einen besonders wertvollen Beitrag zu einer stabilen Netzfrequenz und Stromnetzqualität.

MB Energy Container CloseUp

Mercedes-Benz Energy.