Yixiao Wang Übersicht Engineering & Design Strategie, Organisation & Recht IT, Software Development Produktion & Logistik Finanzen & Controlling Einkauf Marketing & Vertrieb Stories of Becoming

Automatisiertes Fahren braucht erlebbare Funktionen.

Ihre Abteilung verbindet die Entwicklung von Fahrzeugfunktionen mit der Integration in die Baureihen – und zwar mit der zentralen Steuerung, Synchronisation und Integration aller Elektrik- und Elektronikfunktionen beim Automatisierten Fahren. Yixiao Wang ist Mitglied des Teams „Systemintegration Autonomous Driving“ im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen. Was die Elektroingenieurin aus der Universitäts-Forschung zu Mercedes-Benz gebracht hat und wieso sie die Systemintegration von Assistenzfunktionen begeistert, verrät die gebürtige Chinesin im Interview.

Yixiao, du bist Entwicklungsingenieurin und mitverantwortlich für Elektrik und Elektronik beim automatisierten Fahren. Dein Bereich stellt die Funktionsintegration in Elektrik- und Elektronik Architekturen sicher. Das klingt sehr komplex.

Das stimmt! Als Schnittstelle sind wir mit verschiedenen Fachbereichen im Austausch. Ich persönlich bin für die sogenannte Pre-Integration einzelner Fahrassistenzfunktionen bei den neuen Baureihen mit MB.OS Elektrik- und Elektronik Architektur zuständig. Wir stellen sicher, dass die Funktionen von den Kundinnen und Kunden später im Fahrzeug intuitiv und ohne Vorkenntnisse genutzt werden können. Damit gehören wir zu den Ersten, die dazu beitragen, dass diese Features in neuen Baureihen erlebbar werden. Unsere Aufgabe ist es, für ein reibungsloses Zusammenspiel dieser Systeme zu sorgen. Um die Assistenzfunktionen zu integrieren müssen viele verschiedene Schnittstellen zusammengebracht werden. Das macht großen Spaß.

Wenn das Fahrzeug zum denkenden Partner wird, müssen Kameras, Sensoren und Steuergeräte intelligent miteinander verknüpft sein. Was bedeutet das für die Integration solcher Systeme?

Unser Job beginnt in der Entwicklungsphase und geht bis hin zur Produktion. Ein Beispiel: Der Reifendruck soll im Hyperscreen, wie wir unser großes Display im Armaturenbrett nennen, angezeigt werden. Wir tauschen uns dafür mit den für diese Funktion verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich aus und testen sie selbst im Fahrzeug. Wir begleiten den Entwicklungszyklus und überprüfen, ob die Funktion an jeder Stelle so arbeitet wie gewünscht, bis sie schließlich vollständig integriert wird.

Du bist für die Systemintegration von Funktionen erweiterter Fahrassistenzsysteme verantwortlich, aber auch Product Ownerin. Was sind konkret deine Aufgaben?

Ich bin zum Beispiel für die Emergency Steering Support (ESS)-Funktion zuständig, die den Fahrenden unter anderem vor drohenden Kollisionen warnen soll. Ich sorge dafür, dass diese Assistenzsystem für den Kunden erlebbar wird. Das bedeutet, ich analysiere und prüfe, ob alles vollständig ist, ob die involvierten Systemfunktionen berücksichtigt wurden und die benötigten Informationen vorliegen. Dann definiere ich Testszenarien, die wir mit einem Simulationstool oder direkt am Fahrzeug durchspielen. Es sind rundum spannende Aufgaben, weil ich sehr viel übers Fahrzeug lerne. Als Product Ownerin im Bereich Pre-Integration Automated Driving trage ich zur Datenerfassung aus verschiedenen Quellen bis hin zur Visualisierung in Frontend-Dashboards bei, um die Digitalisierung fürs Tooling voranzutreiben. Dabei arbeite ich sehr interdisziplinär mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen wie Telematik, Powertrain und Body zusammen.

Welche Fähigkeiten kannst du für diese Aufgaben besonders gut einsetzen?

Als Product Ownerin muss ich vor allem die verschiedenen Tools verstehen. Durch meine langjährige Forschungstätigkeit bin ich schnell in der Lage, ein gewisses Verständnis für neue Themen zu gewinnen. Für jede Aufgabe müssen die Ziele klar definiert und die Akzeptanzkriterien genau beschrieben werden. Dabei sind mein systematisches Vorgehen und meine analytische Herangehensweise von Vorteil.

Welchen fachlichen Hintergrund haben deine Kolleginnen und Kollegen im Team?

Neben Elektrotechnik haben auch einige bei uns Maschinenbau oder Informatik studiert und bereits viel Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen gesammelt. Mit unserem Wissen, unter anderem aus der Softwareentwicklung, stehen wir neuen Kolleginnen und Kollegen, die direkt aus der Uni zu uns kommen, mit Rat und Tat zur Seite. Auch wertvolles Know-How durch Auslandserfahrungen bringen wir im Team ein, was unsere Zusammenarbeit vielfältig und spannend macht.

„Es sind rundum spannende Aufgaben, weil ich sehr viel übers Fahrzeug lerne.“
„Es sind rundum spannende Aufgaben, weil ich sehr viel übers Fahrzeug lerne.“
 „Für mich war es eine persönliche Herausforderung, aus meiner wissenschaftlichen Komfortzone herauszukommen. Doch ich finde es cool, etwas zu machen, das im Auto sofort erlebbar wird.“
„Für mich war es eine persönliche Herausforderung, aus meiner wissenschaftlichen Komfortzone herauszukommen. Doch ich finde es cool, etwas zu machen, das im Auto sofort erlebbar wird.“
„Es sind rundum spannende Aufgaben, weil ich sehr viel übers Fahrzeug lerne.“
 „Für mich war es eine persönliche Herausforderung, aus meiner wissenschaftlichen Komfortzone herauszukommen. Doch ich finde es cool, etwas zu machen, das im Auto sofort erlebbar wird.“

Du selbst hast als Austauschstudentin aus China Elektrotechnik an der Leibniz Universität Hannover studiert. Was hat dich daran gereizt?

Technische Vorgänge zu programmieren, zu steuern, zu automatisieren und zu regeln, finde ich faszinierend, gerade mit Blick auf smarte und intelligente Funktionen. Ich bin zur Erweiterung meines Horizonts auch für ein Austauschsemester nach Berkeley, USA, gegangen. In ingenieurwissenschaftlichen Bereichen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik wird dort sehr theoretisch gearbeitet und „in die Tiefe gebohrt“, hierzulande steht die anwendungsorientierte Forschung für technische Bereiche mehr im Vordergrund.

Nach deinem Studium bist du als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz Universität geblieben und hast zur Optoelektronik, Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Mikroproduktionstechnik geforscht. Was hat dich 2018 zur Automobilindustrie gebracht?

Die Realisation dessen, was wir mit unserem Forschungsprojekt zu großflächigen optoelektronischen Sensornetzwerken (z.B. bestehend aus Laserdiode) erreichen wollten, lag in ferner Zukunft – wie so oft in der Forschung. Das hat mir zwar sehr viel Spaß gemacht, ich wollte aber als Nächstes etwas Praktisches machen und konkrete Ergebnisse sehen. Die Automobilindustrie bot sich dafür an. Auch wenn ich die Branche gewechselt habe, kann ich inhaltlich aus der Forschung vieles mitnehmen. Ich bin immer noch im Ingenieurbereich und viele Prinzipien bleiben daher gleich. Für mich war es eine persönliche Herausforderung, aus meiner wissenschaftlichen Komfortzone herauszukommen. Doch ich finde es cool, etwas zu machen, das im Auto sofort erlebbar wird.

Und was macht für dich Mercedes-Benz als Arbeitgeber aus?

Bei Mercedes-Benz gibt es vielfältige Aufgaben – du findest immer etwas, bei dem du deine Talente zeigen und dich weiterentwickeln kannst! Ich war am Anfang im Forschungsbereich bei Future Technologies tätig. Das war für mich ein sehr guter Übergang von der Hochschule zur Industrie. Doch dann wollte ich das Fahrzeug richtig kennenlernen und bin deshalb in den Entwicklungsbereich gewechselt, wo ich jetzt sehr fahrzeugnahe Arbeit in der Serienentwicklung leisten kann.

Yixiao ist in Cixi in der chinesischen Provinz Zhejiang geboren und aufgewachsen. Ende 2007 kam sie zur Fortsetzung ihres Elektroingenieurin-Studiums nach Deutschland an die Hochschule Hannover und machte ihren Masterabschluss an der Leibniz Universität Hannover. Dort promovierte sie und blieb als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschung, bis sie 2018 als Entwicklungsingenieurin zu Mercedes-Benz wechselte. In ihrer Freizeit reist Yixiao gerne: Sie hat schon Island und die großen Nationalparks in den USA wie den Grand Canyon, den Yosemite und Yellowstone Park bereist und nächtelang auf die Polarlichter in Alaska gewartet.

Forschung & Entwicklung

Engineering & Design.