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Mit Daten neue Produkte und Geschäftsmodelle ermöglichen.

Als Konnektivitäts- und Datendienstanbieter entwickelt die Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH gemeinsam mit der Mercedes-Benz AG innovative datenbasierte Lösungen. Miruja Ratnasingam koordiniert dabei den Informationsfluss und die Prozesse. Was sie an ihren Aufgaben besonders fasziniert und wie wir uns ihr Team vorstellen können, erzählt uns Miruja im Interview.

Hallo Miruja. Du bist als sogenannter „Product Integration Expert“ Teil des Teams Product Management bei Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH . Um welche Art Produkte geht es hier genau?

Am besten lassen sich unsere Produkte mit einem Beispiel erklären. So kann man mit unseren Produkten aus der Ferne etwa den Tankfüllstand oder den Ladezustand vernetzter Fahrzeuge ermitteln, genauso wie die verbleibende Reichweite. Unsere digitalen Lösungen basieren auf statischen und in Echtzeit gewonnenen dynamischen Daten von weltweit mehreren Millionen vernetzten Mercedes-Benz Fahrzeugen. Die Produkte  richten sich an unsere Kundschaft und helfen dieser, die Prozessqualität und Effizienz zu steigern, Kundenerlebnisse zu verbessern, oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Den Datenschutz berücksichtigen wir hier natürlich von Anfang an.

Und was ist deine Aufgabe dabei?

Ich bin als Managerin für die Datenprodukte zuständig. Zu meinen Aufgaben gehört das sogenannte Sales Enabling. Das bedeutet, ich stelle sicher, dass die Produkte in allen unseren Systemen hinterlegt sind und vermarktet sowie support-seitig betreut werden können. Außerdem kümmere ich mich darum, dass die entsprechenden Verträge für den Vertrieb erstellt sind.

„Ich habe meine Kenntnisse in IoT-Geschäftsmodellen mit meinem Masterstudiengang vertieft und anschließend meine Masterarbeit über Connected Car Plattformen geschrieben.“
„Ich habe meine Kenntnisse in IoT-Geschäftsmodellen mit meinem Masterstudiengang vertieft und anschließend meine Masterarbeit über Connected Car Plattformen geschrieben.“

Dein BWL-Studium war technisch orientiert mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik im Master. Nutzt dir das technische Verständnis für deinen Job?

Absolut. Tatsächlich waren 30 Prozent meines Studiums an der Universität Stuttgart dem Maschinenbau gewidmet. Ich hatte mit Fahrzeug- und Steuerungstechnik zum Beispiel die gleichen Fächer wie angehende Ingenieurinnen und Ingenieure. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mir der technische Schwerpunkt später im Job helfen wird. Während eines Praktikums im Logistikbereich von Mercedes-Benz am Ende meines Bachelorstudiums fand ich die Vernetzung im Kontext von Industrie 4.0 sehr spannend und habe meine Bachelorarbeit dazu geschrieben. Mich interessierte besonders, wie man mit Daten Produkte in Form von Internet of Things (IoT)-Geschäftsmodellen generiert. Deshalb habe ich meine Kenntnisse in IoT-Geschäftsmodelle mit dem Masterstudiengang vertieft und meine Masterarbeit über Connected Car Plattformen geschrieben. Das hat mir geholfen, zu verstehen, was derzeit möglich ist und in Zukunft noch möglich sein wird.

Lebenslanges Lernen ist ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg in einer sich rasch verändernden Welt. Wie wichtig ist dir berufliche und persönliche Weiterentwicklung?

Sehr wichtig. Ich arbeite mich in jedes neue Produkt ein, um die Anforderungen und Herausforderungen der Kundinnen und Kunden sowie des Marktes zu verstehen. Damit ich die Wünsche und Anforderungen effizient umsetzen kann, bilde ich mich kontinuierlich weiter, wie z.B. mit Zertifizierungen in den Bereichen Product Owner, und SAFe Scrum Master. SAFe steht für Scaled Agile Framework, der Schwerpunkt liegt dabei auf agilem Projektmanagement in einem funktionsübergreifenden Team.

Für deinen Job bist du konstant mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen in Kontakt.

Das stimmt. Als Schnittstelle arbeite ich mit Menschen aus verschiedenen Fachbereichen zusammen. Zum einen ist es wichtig, dass ich einen Austausch mit den Product Ownern aus der Mercedes-Benz AG habe, um den aktuellen Entwicklungsstand der Produkte zu kennen. Für meine Aufgaben muss ich gut vernetzt sein. Zum anderen arbeite ich mit IT-Experten innerhalb und außerhalb meines Bereichs zusammen. Zusätzlich aber beispielsweise auch mit der Rechtsabteilung oder dem Vertriebsteam, damit alle Voraussetzungen geschaffen sind, eine reibungslose und sichere Customer Journey zu gewährleisten. Im Austausch mit all den Kolleginnen und Kollegen lerne ich immer wieder Neues und Spannendes dazu.

Das sind viele verschiedene Funktionen. Was trägt zum gegenseitigen Verständnis und Miteinander bei?

Im Entwicklungsprozess arbeiten zum Beispiel Product Owner, Software-Architektinnen und Architekten, Entwicklerinnen und Entwickler und Business Development Managerinnen und Manager miteinander. Eine Idee durchläuft verschiedene Gremien und Entscheidungsebenen, bevor sie zum Produkt entwickelt wird. Über alle Bereiche hinweg haben wir dabei eine offene und ehrliche Teamkultur. Ein respektvolles Miteinander ist uns sehr wichtig. Dadurch kann man einander vertrauen, findet leichter Lösungen für mögliche schwierige Aufgaben und lässt Missverständnisse gar nicht aufkommen.

Letzte Frage: Welche digitale Dienstleistung im Kontext von Mobilität ist aus deiner Sicht wegweisend?

In meiner Masterarbeit habe ich Automobilherstellern empfohlen, das Connected-Car-Ökosystem extern zugänglich zu machen – natürlich unter Berücksichtigung der Datensicherheit und des Datenschutzes. Das machen wir zum Beispiel mit Electric Vehicle Status 3.0  für smarte Ladeerlebnisse. Der Schritt aus dem geschlossenen System heraus ist aus meiner Sicht wegweisend für etliche digitale Dienstleistungen, von denen viele profitieren. Unsere anonymisierten Produkte wie Hazard Warnings , wodurch lokale Gefahren, wie Schlaglöcher, beim Fahren registriert und die Daten an Kommunen übermittelt werden, helfen zum Beispiel beim Verbessern der Verkehrswege und optimieren die Informationen von Navigationsdiensten.

Weil Mercedes-Benz einer der innovationsstärksten Automobilhersteller im Bereich Konnektivität ist, entschied sich Miruja bei der Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH einzusteigen und fand dort die für Sie optimale Stelle. Miruja wuchs mit ihrer älteren Schwester und ihrem jüngeren Bruder in Sindelfingen auf – ihre Eltern stammen ursprünglich aus Sri Lanka. Der tägliche Spagat zwischen deutscher und tamilischer Kultur helfen ihr heute in der Zusammenarbeit mit interkulturellen Teams. Zu ihren Vorlieben zählen Kollywood-Filme, die den bekannten Bollywood-Filmen ähneln, aber in tamilischer Sprache produziert sind. Entspannung findet sie außerdem beim Wandern in den südbayerischen Bergen oder im Schwarzwald.