Ausblick.

27. Juli 2022 - Prognose erhöht: Mercedes-Benz Group hebt die Prognose für Umsatz auf "deutlich über" Vorjahresniveau, Konzern-EBIT auf "leicht über" Vorjahresniveau an.

Die geopolitischen und makroökonomischen Bedingungen sind nach wie vor durch ein außergewöhnliches Maß an Unsicherheit gekennzeichnet, darunter der Krieg in der Ukraine, seine Auswirkungen auf die Lieferketten und die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. Weitere Effekte aufgrund der sich rasch verändernden Situation in Russland und der Ukraine sind derzeit nicht bekannt, könnten aber möglicherweise erhebliche negative Folgen für die Geschäftstätigkeit haben, sollte die Lage über den aktuellen Zustand hinaus eskalieren.

Darüber hinaus erschweren der anhaltend sehr hohe Inflationsdruck für Verbraucher und Unternehmen und die damit verbundenen Zinserhöhungen der Notenbanken ebenso wie die anhaltenden Engpässe in den globalen Lieferketten die Aussichten. Nicht zuletzt der weitere Verlauf der Pandemie, insbesondere in China, birgt Unsicherheiten für die erwartete Entwicklung des Marktes.

Trotz der makroökonomischen Risiken erwartet Mercedes-Benz für die zweite Jahreshälfte in allen Kernmärkten weiterhin eine hohe und qualitativ hochwertige Nachfrage nach seinen Produkten. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Nachfrage wird von einem starken Produktportfolio getragen, welches sich im Jahresverlauf durch weitere Produktanläufe positiv entwickeln wird. Generell liegt die Nachfrage momentan über dem Angebot.

Mercedes-Benz Cars

Mercedes-Benz Cars rechnet im Gesamtjahr weiterhin mit einem leichten Absatzanstieg. Es wird erwartet, dass die Preisdurchsetzung und der Modell-Mix auf einem hohen Niveau bleiben. Daher prognostiziert Mercedes-Benz ein Wachstum des Top-End Luxury Segments im Jahresvergleich um mehr als 10%.

Zwischen Januar und Juni erzielte Mercedes-Benz Cars eine bereinigte Umsatzrendite von rund 15%. Für die zweite Jahreshälfte ist es das Ziel des Unternehmens, diese Run-Rate fortzusetzen und die zur Verfügung stehenden Umsatz- und Kostenhebel zu nutzen. Weiterhin wird mit Gegenwind durch höhere Materialkosten, höhere F&E-Aufwendungen und Auswirkungen aus dem Gebrauchtwagengeschäft gerechnet. Aufgrund dieser Faktoren wird im zweiten Halbjahr ein negativer Effekt von rund 2 RoS-Punkten gegenüber dem ersten Halbjahr erwartet.

Unter Berücksichtigung weiterer Herausforderungen, welche sich aus dem Marktumfeld im Zusammenhang mit makroökonomischen Unsicherheiten ergeben können, steigt die bereinigte Umsatzrendite voraussichtlich auf ein Niveau zwischen 12% und 14%. Zuvor lag die Erwartung zwischen 11,5% und 13%. Das Ziel ist es, solche Herausforderungen weiterhin durch eine positive Preisdurchsetzung zu kompensieren.

Die prognostizierte Cash Conversion Rate für Mercedes-Benz Cars bleibt unverändert zwischen 0,8 und 1,0. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung dürften nun vor allem aufgrund der Entwicklung der MMA- sowie der AMG.EA-Plattformen "deutlich über" dem Vorjahresniveau liegen. Die Investitionen in Sachanlagen dürften nun "deutlich unter“ dem Vorjahresniveau und nicht „auf Vorjahresniveau“ liegen.

Mercedes-Benz Vans

Der Absatz von Mercedes-Benz Vans wird im Gesamtjahr „leicht über“ dem Niveau von 2021 erwartet. Die bereinigte Umsatzrendite bleibt voraussichtlich zwischen 8% und 10%, wobei die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung und Entwicklung voraussichtlich „deutlich über“ dem Vorjahresniveau liegen werden. Dies liegt vor allem an geplanten Investitionen in die Modernisierung bestehender Verbrennungsmotor-Plattformen sowie der elektrischen VAN.EA-Plattform.

Mercedes-Benz Mobility

Die bereinigte Eigenkapitalrendite liegt im Jahr 2022 voraussichtlich zwischen 16% und 18%. Negative Ergebniseffekte werden aufgrund höherer Refinanzierungskosten sowie einem geringeren Vertragsvolumen erwartet. Zudem wird erwartet, dass die Kreditrisikokosten sich dem langfristigen Durchschnitt annähern.

Mercedes-Benz Group

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr steigert sich von zuvor „leicht über“ auf nun „deutlich über“ dem Niveau von 2021. Auch das EBIT wird nun "leicht über" dem Vorjahresniveau erwartet – gegenüber "auf Vorjahresniveau" in der vorherigen Prognose. Der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft verbessert sich voraussichtlich „auf das Niveau des Vorjahres“ – zuvor lag die Prognose bei „leicht unter dem Niveau von 2021“.

Diese Seite wurde auf Basis des Zwischenberichts zum 2. Quartal 2022 überarbeitet und enthält vorausschauende Aussagen.